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Prof. Axel Heil zu Wolf Pehlke

"Wenn sehr bald auf die Literatur und Kunst des letzten unseligen Jahrhunderts zurückgeschaut wird, dann werden neben den großen epischen Monumenten und ihrer verzweifelten Suche nach einer gewissen gesellschaftlichen Wahrheit sehr bald kleinere Fragestellungen kleinere "Schriften" ins Blickfeld geraten deren unverbrauchter Reiz gerade darin liegt, einen großen Umweg um alles Gesellschaftliche und dessen Filetstücke gemacht zu haben. Zu den bedeutenderen Schriftstellern und Malern dieser "Objekte des Entlegenen" gehört ohne Zweifel auch Wolf Pehlke. Seine Verachtung des Gesellschaftlichen als eines bloß Akzidentiellen führte ihn zu Entdeckungen, wie sie kaum ein Autor unserer Zeit in dieser Garstigkeit und zugleich Gewissenhaftigkeit gemacht hat. Ein Fetischismus des Winzigen, in Serien und Wortkaskaden getrieben, ein Exzess an Objektivität und Strenge. Methoden der Selbsterforschung, - Malerei des Relationalen - die Eroberung der Normalität. Es ist diese paradoxe Verbindung von durchlässigster Inspiration und penibelster Reflexion, die jeden Leser des geschriebenen, jeden Betrachter des gemalten oder gedruckten Wortes in Bann schlägt. Wolf Pehlke versteht sich - und dies durchaus im Gegensatz zu all den gewichtigen Ich-Personen um uns herum mit ihren angeblich so unverwechselbaren Einsichten und Aussichten - so wenig als "Identität", dass er permanent alle Anstrengungen unternimmt, den letzten Rest von Autonomie unter dem Brennglas seiner Selbstanalyse als Illusion zu entlarven. Er schreibt und malt, um sich selbst zu durchqueren - ein unbekanntes, unbequemes Land. Nur hier liegt für ihn das Abenteuer noch am Leben zu sein. Wenn Pehlke etwas zu machen bleibt, dann die "Aktionsfreiheit" als solche zu bestätigen. Wir leben in keinem Jahrhundert für Paradiese höre ich ihn sagen."
copy right : Prof. Axel Heil - Vorwort zum Buch von Wolf Pehlke
"Das hundsgewöhnliche Leben mit zwei Nasenlöchern"

ZKM Karlsruhe

Nachruf
Im Gedenken an Wolf Pehlke

Das ZKM vernimmt mit tiefer Trauer, dass mit dem Tod von Wolf Pehlke ein großer Künstler und Dichter die Welt verlassen hat. In großer Dankbarkeit erinnern wir daran, dass er erst vor Kurzem dem ZKM durch eine Schenkung das große und wichtige Werk „Keta (Hommage an Mao und George Bataille)“, (1990/91) vermacht hat. Im Jahr 2010 hat das ZKM durch die Ausstellung „Vor dem ZKM. Projekt 99,9% und Kunst im Hallenbau 1980-1994″ auf seine Verdienste und seine Bedeutung hingewiesen. Über viele Jahre hinweg war Wolf Pehlke dem Haus eng verbunden und hat die Kulturszene Karlsruhes sehr aufmerksam und kritisch begleitet.

„Maler greift als Bezeichnung für Wolf Pehlke zu kurz. Denn der Künstler hat nicht nur ein umfangreiches, weithin noch unentdecktes grafisches und malerisches Werk vorzuweisen, er ist auch als pointierter Autor in der Nachfolge der Beat Generation hervorgetreten. Pehlke, 1955 in Sinzheim geboren, hat von 1978 bis 1984 bei Per Kirkeby an der Kunstakademie Karlsruhe studiert. Früh zeigte sich eine subversive Ironie, die zu den Merkmalen seiner Kunst gehört. Werke von Wolf Pehlke waren zuletzt im ZKM Karlsruhe und in den Deichtorhallen Hamburg zu sehen.“ (Michael Hübl, BNN 08.10.2013)

The Martha fine arts productions is a non-profit organization to document and promote artists' projects.

www.publications.martha-fine-arts.de

 
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