news - martha fine arts edition

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Die Gedichte in diesem Band, die Harald Häuser selber als “Text-Spuren” bezeichnet, sind teilweise schon im Jahre 1974 entstanden, also dem Jahr des Beginns seiner Malerei. In der Tradition des “automatischen Schreibens” - ohne bewußte Kontrolle oder nachträglichem Korregieren - “Beschreiben” die kurzen Texte mit einem inneren Auge die Visionen des Künstlers . Dabei ist es oft das Aufbauen einer Spannung in den jeweils ersten (drei) Zeilen und einer “Auflösung” in der letzten (vierten) Zeile, welches einen Sprachrhythmus und daraus folgend eine Kausalität der “Ereignisse” erzeugt. Diese eher musikalische Grundstruktur ermöglicht einen radikal-freien Umgang mit der Grammatik und gebiert Worterfindungen. Es ist eine Sprache, die in ihrem paradoxen Spiel mehr dem Bildhaftem verpflichtet ist und somit einen Zwischenraum für eigentlich “Unsagbares” eröffnet.

Paperback, 60 Seiten, 21x14,8 cm, limitiert auf 100 nummerierte und signierte Exemplare, versehen mit einer Originalzeichnung ins Buch .
Preis auf Anfrage.

“....Wenn ich mich in Harald Häusers kosmische Zergliederungen vertiefe, denk ich zunächst: Mein Gott, warum hast Du uns verlassen, denn im Fundus herrscht das Chaos. Dieser Mensch trägt nicht einfach Farbe auf, er misshandelt kratzend, schabend und spachtelnd die Leinwand, und mir kommt die Richterskala zur Erdbebenmessung in den Sinn, die nach oben unbegrenzt offen ist. Erschütterungen auf Stufe fünf bedeuten, daß die Gläser auf der Kommode erzittern, tektonische Risse der Klasse neun sind so genannt “landschaftsverändernd“.
Doch nun und gerade angesichts solcher Eruptionen in höllischem Purpur und infernalisch höhnischem Neapelgelb müssen wir das Bild vom kranken Künstler revidieren. Der entscheidende Unterschied zwischen einem psychisch Geschädigten und einem Künstler liegt darin, dass der Schizophrene von den archaischen Fluten seines Unbewußten  unkontrolliert überschwemmt wird, der Artist den Dämonen dagegen  nicht ausgeliefert bleibt, weil er sie an die Wände seiner Zelle malt.
Wahnsinn ist das Chaos - Kunst das Gesetz der Bilder. ....”

Hermann Burger 1988 - Eröffnungsrede in der Landesvertretung Baden-Württemberg, Bonn

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